IHK: Gute Bildung für alle ist beste Integrationspolitik
Die IHK Berlin unterstützt alle Maßnahmen für eine erfolgreiche Integrationspolitik. Es werden aber Vorstöße abgelehnt, verpflichtende Quoten für Menschen mit Migrationshintergrund einzuführen. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sind die Berliner Betriebe darauf angewiesen, dass deutlich mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund den Weg in die duale Ausbildung finden“, erklärte heute der Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Berlin, Christoph von Knobelsdorff. „Mit Zwangsquoten wird Integration aber nicht gefördert. Statt dessen wird ohnehin bereits vorhandenes Engagement sogar ausgebremst.“
Man dürfe in der Integrationsdebatte nicht den Fehler machen, alle Menschen mit Migrationshintergrund automatisch einer hilfsbedürftigen Problemgruppe zuzuordnen. „Die offizielle Definition für Migrationshintergrund ist viel zu unscharf und deshalb eigentlich unbrauchbar“, so von Knobelsdorff weiter. Viele Kinder, die unter diese Definition fallen, hätten im Vergleich zu deutschen Kindern sogar einen Vorteil, weil sie zweisprachig aufwachsen. Entscheidend sei, ob das Kind aus einem bildungsfernen Haushalt komme oder nicht. Ein bildungsferner Haushalt könne einer mit Migrationshintergrund sein, genauso gut aber auch ein deutscher Hartz-IV-Haushalt.
„Der wichtigste Ansatzpunkt für eine bessere Integration ist deshalb eine konsequente Bildungspolitik“, erklärte von Knobelsdorff. Diese beginne schon bei der frühkindlichen Bildung mit dem Ziel, dass alle Kinder – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – mit vergleichbaren Startchancen in der Grundschule ankommen. Hier spiele vor allem die Sprachförderung eine wichtige Rolle. Wichtig sei vor allem auch Aufklärungsarbeit in den jeweiligen ethnischen Communities. Aus diesem Grund werde die IHK auch ihre Bemühungen verstärken und z.B. in der türkischen Community aktiv bei Eltern und Jugendlichen für eine Berufsausbildung im dualen System werben.
Presseinformation der IHK Berlin vom 21. Januar 2010

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