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Wasserwege von und nach Berlin

Bild: Projekt Schiffshebewerk Niederfinow, Quelle: Wasserstraßen-Neubauamt Berlin und Bundesanstalt für Wasserbau

Ansprechpartner:

Hans-Michael Drutschmann
Tel.: 030 31510-270
Fax: 030 31510-105

Dokument-Nummer: 7016

Wasserwege von und nach Berlin

Das ostdeutsche Wasserstraßennetz bietet mit seinen vielen Flüssen, Kanälen und Seen gute Voraussetzungen für die Transport- und die Personenschifffahrt, den Bootstourismus und die Freizeitschifffahrt. Dieses Netz umfasst Elbe, Saale und alle Wasserstraßen östlich davon bis zur Oder. Die miteinander verbundenen Wasserstraßen bilden ein Netz von 2.400 km Länge. Ein Teil der Wasserstraßen, die wegen ihrer geringen Abmessungen kaum noch von der Güterschifffahrt genutzt werden, werden gezielt für den Wassertourismus entwickelt. In Berlin und Brandenburg und im angrenzenden Mecklenburg-Vorpommern haben sich Personenschifffahrt, Bootstourismus und Freizeitschifffahrt zu einem Wirtschaftsfaktor mit Bedeutung entwickelt.

Der Güterschifffahrt stehen von und nach Berlin drei Wasserstraßen zur Verfügung, die die Stadt zu einem wichtigen Knoten im ostdeutschen Wasserwegenetz machen. Alle drei werden zur Zeit noch ausgebaut und modernisiert:

  • Die größte Bedeutung hat die Verbindung nach Westen über die Untere Havel-Wasserstraße, den Elbe-Havel-Kanal und den Mittellandkanal, das Projekt 17. Sie stellt die Verbindung zur Elbe, Weser, zum westdeutschen Kanalnetz und zum Rhein und zu den Nordseehäfen dar.
  • Die Havel-Oder-Wasserstraße verbindet Berlin mit der unteren Oder und Stettin/Swinemünde. Berlin verfügt damit auch über eine direkte Wasserstraßenverbindung mit einem Ostseehafen.
  • Der dritte wichtige Wasserweg ist die Spree-Oder-Wasserstraße als Verbindung zur oberen Oder und nach Schlesien.

Die Verbindung nach Westen: zweilagige Containerverkehre jetzt möglich
Die Wasserstraßen Berlin – Magdeburg - Rühen (Mittellandkanal) werden seit den 90er Jahren als 17. Projekt der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) ausgebaut. Ausbauziel ist der Einsatz moderner Großmotorgüterschiffe mit 110 m Länge und Schubverbände bis 185 m Länge, eine Abladetiefe von 2,80 m und der zweilagige Containerverkehr. Über die Hälfte der Baukosten von 2,3 Mrd. Euro ist bereits investiert. Zwei Drittel davon sind als dringender Ersatzbedarf anzusehen. Hinzu kommen Erweiterungsmaßnahmen, um die Standards zu erreichen, die für die Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt heute notwendig sind. Bei der Planung wird sehr großer Wert darauf gelegt, den Umbau naturnah und umweltverträglich zu gestalten und die Gewässer behutsam anzupassen. Die IHK Berlin unterstützt dieses Vorhaben von Beginn an. Das Projekt 17 soll ca. 2017 fertiggestellt sein.
Kernstück des Projektes 17 ist die Kanalbrücke über die Elbe, die 2003 in Betrieb ging. Sie macht den Schiffsverkehr von und nach Berlin vom Wasserstand der Elbe unabhängig. Europaschiffe können jetzt mit einer Abladetiefe von 2.50 m und auch Großmotorgüterschiffe mit einer Abladetiefe von 2.20 m bis den Berliner Westhafen (Berliner „Nordtrasse“ des Projektes 17) erreichen.
Seit Ende 2008 verfügen alle Brücken eine Mindesthöhe von 4.50 m über dem Wasserspiegel, so dass jetzt ein Containerverkehr mit zwei Lagen übereinander von und nach dem Westhafen in Berlin mit Einschränkungen (bei leeren Containern mit Ballast) möglich wird. Noch in diesem Jahr ist die Einrichtung von regelmäßigen Containertransporten auf dem Wasser zwischen Hamburg und Berlin geplant. Ausbauziel ist eine Brückendurchfahrtshöhe von 5.25 m, die Containertransporte ohne Einschränkung möglich macht. Dazu müssen in Berlin in den kommenden Jahren noch sechs Brücken neu gebaut werden (Ludwig-Hoffmannmann-Brücke (im Bau), Rohrdammbrücke, Freybrücke, Dischingerbrücke, Schulenburgbrücke und Charlottenbrücke).
In Berlin wurden im Zuge des Projektes 17 bisher die neue Schleuse Charlottenburg errichtet und der Westhafenkanal ausgebaut. Die bisherigen Ausbaupläne für Spree und Havel werden mit dem Ziel möglichst geringer Eingriffe in die Ufer noch einmal überarbeitet. Davon ausgenommen sind der Neubau der Rohrdammbrücke und der Umbau der Spreemündung in die Havel. Künftig sollen Güterschiffe an dieser Stelle vom Westhafen kommend direkt Richtung Stettin zur HOW abbiegen können. Außerdem hat das Planfeststellungsverfahren für den Neubau der Freybrücke begonnen.
Zum Projektes 17 gehört in Berlin auch der Ausbau des Teltowkanals, die sog. Südtrasse. Diese Wasserstraße erschließt den Süden Berlins und ist als Verbindung zum Hafen Königs Wusterhausen und zur Oder-Spree-Wasserstraße von Bedeutung. Ausbaumaßnahmen sind vorerst zugunsten der Nordtrasse bis auf sicherheitsrelevante Maßnahmen zurückgestellt.

Wasserstraße nach Stettin
Die Oder-Havel-Wasserstraße (HOW) und die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße werden im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans - Vordringlichen Bedarf – für 2.20 m abgeladenen Großmotorgüterschiffe ausgebaut. Die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße zwischen Schwedt und der Ostsee ist für Küstenmotorschiffe (Kümos) mit 3.50 m Abladetiefe vorgesehen. Deutschland und Polen haben sich jetzt auf Arbeitsebene für diesen Abschnitt auf die notwenigen Ausbaumaßnahmen verständigt. Bevor die Arbeiten beginnen können, muss allerdings noch ein Staatsvertrag zwischen beiden Ländern geschlossen werden. Die wichtigste Einzelmaßnahme ist der Bau eines neuen Schiffshebewerks Niederfinow, das die alte Anlage aus dem Jahr 1934 ersetzen soll, die sich wegen ihrer begrenzten Leistungsfähigkeit zu einem Engpass entwickelt hat. Der Bau des neuen Hebewerks ist eingeleitet. Es soll 2014 fertiggestellt sein. Im gleichen Jahr sollen auch die Brücken für einen zweilagigen Containerverkehr angehoben sein.

Ausbau der Spree-Oder-Wasserstraße
Die Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) wird zur Zeit umfassend saniert und für größere Schiffe ausgebaut. Ausbauziel ist ein Richtungsverkehr für die heute auf der SOW verkehrenden Flotte mit einer Abladetiefe von 2.20 m. Zuletzt ging im Mai 2007 die auf 115 m verlängerte Schleuse Wernsdorf in Betrieb. Als nächste größere Maßnahme beginnt in diesem Jahr die Verlängerung der Schleuse Kersdorf auf ebenfalls 115 m Länge. Letzter Engpass ist dann noch die Schleuse Fürstenwalde mit einer Kammerlänge von heute 67 m.

Weitere Einzelheiten zum Ausbau der Wasserstraßen von und nach Berlin können den Internetseiten des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin entnommen werden.

Stand: Oktober 2009



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