Der deutsche Qualifikationsrahmen als Instrument im europäischen Bildungsraum
In dem politischen Rahmen der Lissabon 2010-Strategie, Europa zum wettbewerbsfähigsten
und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu entwickeln,
dem Bologna-und
dem Kopenhagen-Prozess, d.h. der Verstärkung der europäischen Zusammenarbeit
in der hochschulischen und der beruflichen Bildung, sind Umsetzungsinstrumente
auf europäischer Ebene entstanden:
- Das Programm Lebenslanges Lernen
- Der Europäische Qualifikationsrahmen/European Qualification Framework (EQR/EQF)
- Das Leistungspunktesystem für die Berufsbildung/ European Credits for Educational Vocational Training (ECVET)
- Das Leistungspunktesystem für die Hochschule ECTS
- Das Europass-Konzept zur Dokumentation von Mobilität und den dabei erworbenen fachlichen, sozialen und interkulturellen Kompetenzen (siehe nebenstehenden Link)
Das Instrument Europäischer Qualifikationsrahmen (EQR) soll innerhalb des europäischen Bildungsraumes folgendes gewährleisten:
- Die Herstellung der Mobilität auf dem europäischen Arbeitsmarkt
- Eine Dokumentation Lebenslangen Lernens
- Eine Validierung des non-formalen und informellen Lernens
- Die Übersetzungsfähigkeit der Bildungssysteme in Europa durch die Beschreibung der Lernergebnisse. Dabei werden im Rahmen eines outcome-orientierten Ansatzes die Lernergebnisse unabhängig von Art, Dauer und Ort der Lernprozesse gewertet. Der Fokus liegt auf demnach auf Kompetenzen und beruflicher Handlungsfähigkeit.
- Die Beschreibung der Kompetenzen erfolgt mittels Deskriptoren:
Kenntnisse/ knowleges
Fähigkeiten/ skills
persönliche und fachliche Kompetenzen (Fertigkeiten)/ competences
Entwicklung:
- Die Europäische Kommission hat einen Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) vorgeschlagen.
- Über Nationale Qualifikationsrahmen (NQR) sollen zukünftig Qualifikationen in ein europaweites Raster eingeordnet werden.
- Ein solches nationales Bezugssystem müsste in Deutschland erst geschaffen werden. -> Nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) oder Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)
- Auf europäischer Ebene werden erste Eckpfeiler eingeschlagen. Es werden 8 Niveaustufen durch die Beschreibung von Lernergebnissen (output-Orientierung) definiert.
- Eine Einordnung nationaler Qualifikationen erfolgt ausschließlich bei der Umsetzung in den Mitgliedsstaaten.

Legende:
Country = Land
Qualifications = Qualifikationen
Im Januar 2008 haben sich die Bundsregierung und die Kultusministerkonferenz auf die gemeinsame Erarbeitung eines DQR bis 2010 verständigt. Mit dem Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) wird erstmals ein umfassendes, bildungsbereichsübergreifendes Profil der in Deutschland erworbenen Kompetenzen vorgelegt. Als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen soll er die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems berücksichtigen und zur angemessenen Bewertung und Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa beitragen.
Die Wirtschaft wird sich mit den folgenden Zielvorgaben aktiv an der Entstehung eines NQR beteiligen:
- Bessere Verzahnung von Bildung und Beschäftigung
- Ordnung der Qualifikationen nach Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt (Stichwort: Handlungskompetenz/ Deskriptoren)
- Abbildung des gesamten Bildungssystems im Sinne der Handlungskompetenz (d.h. alle Formen der Bildung)
- Transparenz und Durchlässigkeit zwischen den Bereichen des Bildungssystems (d.h. Gewährleistung eines Übergangs von beruflicher zu hochschulischer Bildung)
- Der DQR muss auf Freiwilligkeit basieren.
- Es dürfen keine weiteren Bürokratien geschaffen werden.
Das ausführliche Positionspapier finden Sie im nebenstehenden Link.
Stand: 02.04.2009

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