Studie belegt die Wirksamkeit von Mobilitätsmaßnahmen
Das Programm Leonardo da Vinci ist eines der wichtigsten europäischen Programme auf dem Gebiet der beruflichen Bildung. Es zielt auf die Erhöhung der transnationalen Mobilität von jungen Menschen und die Generierung von Innovationen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Die WSF- Wirtschafts- und Sozialforschung- hat im Auftrag der Europäischen Kommission eine „Analyse der Wirkungen von Leonardo da Vinci Mobilitätsmaßnahmen auf junge Auszubildende, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Einfluss sozioökonomischer Faktoren“ durchgeführt. Befragt wurden von Januar bis März 2007 ca. 8.000 Teilnehmende von insgesamt rund 371.000 geförderten Teilnehmern an transnationalen Mobilitätsmaßnahmen. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie.
Motive
Für die überwiegende Mehrzahl der jungen Menschen (75 %) ist die Teilnahme an den Leonardo da Vinci-Mobilitätsmaßnahmen ein wichtiger Ausbildungsbestandteil. Die von den Befragten genannten Motive lassen erkennen, dass diese sich vor allem Verbesserungen im Bereich der sozialen und interkulturellen sowie der sprachlichen Kompetenzen versprechen. Weiterhin erwarten sie vom Auslandsaufenthalt bessere Chancen am Arbeitsmarkt.
Stärken bei der Durchführung der Mobilitätsmaßnahme
Die Teilnehmer/- innen des Leonardo da Vinci Programms bewerten ihren Auslandsaufenthalt äußerst positiv: 53 % haben angegeben, dass dieser ihnen sehr gut gefallen hat, weiteren 34 % hat er gut gefallen, d.h. 87 % sind durchweg zufrieden.
Die Stärken des Programms liegen in den folgenden Feldern:
- Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse (50 %)
- Austausch mit Kollegen (45 %)
- Verwertbarkeit in Beruf/Ausbildung (43 %)
-
Akzeptanz durch die Mitarbeiter der aufnehmenden
Einrichtung (42 %).
Verbesserung der persönlichen, sozialen und beruflichen Kompetenzen
Nach der Selbsteinschätzung der Teilnehmenden zu schließen, haben die Leonardo da Vinci Mobilitätsmaßnahmen einen sehr hohen Einfluss auf die persönlichen, sozialen und beruflichen Kompetenzen der Teilnehmenden gehabt:
- Sehr hoher/hoher persönlicher Nutzen des Leonardo da Vinci Programms (91%)
- Sprachkompetenzen
- Selbstvertrauen
- Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen
-
Interkulturelle Kompetenzen bzw. das Verständnis fremder
Kulturen (66 %).
Auch die Arbeitgeber bzw. der Ausbildungsbetrieb profitieren in beachtlichen Maßen an der Teilnahme der Auszubildenden an den Mobilitätsmaßnahmen (49 % hoher und 31 % mittlerer Nutzen).
Die Wirkungen im Bereich der beruflichen Fertigkeiten finden sich vor allem in der Anwendung moderner Informations- und Kommunikationsmedien (41 %). Die Dauer der Mobilitätsmaßnahme hat einen spürbaren Einfluss auf den Nutzen für den aktuellen Arbeitgeber/Ausbildungsbetrieb. So tragen Kurzzeitpraktika (unter 6 Monate) vor allem zur Verbesserung der persönlichen und sozialen Kompetenzen bei, während längere auch die beruflichen Fertigkeiten und den Nutzen für die Arbeitgeber erheblich erhöhen.
Die Gutachter der Studie schlagen daher ein optimales 2-Phasen-Modell vor, bei dem eine erste Mobilitätsmaßnahme etwa 3 Monate dauert und vor allem die persönlichen und sozialen Kompetenzen erhöht werden. Eine spätere längere Maßnahme (6 Monate) könnte dann gezielt zur Stärkung der beruflich-fachlichen Kompetenzen genutzt werden.
Nachbesserungen bei der Durchführung von Mobilitätsmaßnahmen
Die Schwächen der Leonardo da Vinci Qualitätsmaßnahmen liegen im organisatorischen Bereich. So wird die Eignung der aufnehmenden Einrichtung nur verhalten bewertet (34 %), ebenso die Unterbringung (33 %). Auch die Unterstützung während des Auslandsaufenthaltes vor allem durch die aufnehmende aber auch durch die entsendende Einrichtung landet bezüglich des Urteils der Teilnehmenden nur im Mittelfeld (32 %). Alles in allem hält sich die Kritik seitens der Teilnehmer/-innen an den Mobilitätsmaßnahmen allerdings in engen Grenzen. Im Wesentlichen gibt es nur zwei Kritikpunkte: einerseits, dass die Aufenthaltsdauer zu kurz gewesen wäre (48 %) und andererseits die nicht immer als ausreichend empfundene finanzielle Unterstützung.
Nach der Einschätzung der Gutachter sind eine bessere Vorbereitung der Projekte – auch unter Beteiligung der Teilnehmer/innen -, eine sorgfältigere Auswahl der aufnehmenden Einrichtungen sowie eine sorgfältigere Betreuung während der Mobilitätsmaßnahmen durch die entsendende und vor allem durch die aufnehmende Einrichtung erforderlich.
Abschließende Einschätzung durch die Gutachter
Insgesamt wird das Leonardo da Vinci Mobilitätsprogramm als besonders leistungsfähig, kostengünstig und wirkungsvoll von den Gutachtern bewertet. Dies äußert sich auch darin, dass 77 % der Befragten auf jeden Fall nochmals an einer solchen Maßnahme teilnehmen würden. Die Teilnahme an dem Leonardo da Vinci Programm fördert die persönliche Entwicklung sowie die sozial-kulturelle Qualifikation der Teilnehmer/innen und öffnet den Blick für die internationale Perspektive. Des Weiteren stärken sie vor allem die so genannten „weichen“ Qualifikationen, wie z.B. Eigeninitiative, Teamfähigkeit und kulturelle sowie persönliche Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen und Veränderungen.
Stand: 11.01.2010
Kathrin Jewert

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